Studie zeigt: Long-Covid-Patienten kämpfen um Anerkennung und vertrauen Ärzten oft nicht mehr

Lesezeit: 3 Minuten
Durch Ernst Müller
- in

BerlinEine neue Studie der Universität Surrey zeigt, dass viele Long Covid-Patienten um Anerkennung ihrer Symptome kämpfen. Die Forschung, veröffentlicht im Journal of Health Psychology, hebt hervor, dass sich diese Patienten von ihren medizinischen Betreuern häufig nicht ernst genommen und unterstützt fühlen. Viele sind der Ansicht, dass sie nachweisen müssen, dass ihre Krankheit physisch ist, um ernst genommen zu werden. Dieser Druck führt dazu, dass einige psychologische Unterstützung ablehnen, da sie befürchten, dass damit suggeriert wird, ihre Symptome seien eingebildet. Professorin Jane Ogden und die klinische Psychologin Saara Petker, die Autoren der Studie, stellten fest, dass dieser Kampf um Anerkennung das Vertrauen in Ärzte, soziale Kreise und sogar das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigt. Die Studie umfasste Interviews mit 14 Teilnehmern aus dem Vereinigten Königreich und veranschaulicht, wie Long Covid-Symptome wie Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten zu Gefühlen der Unsicherheit beitragen. Die Autoren betonen, dass medizinischer Rat zwar essenziell für die Behandlung von Long Covid ist, psychologische Unterstützung jedoch mit Bedacht gegeben werden sollte, um zu vermeiden, dass sich die Patienten nicht gehört fühlen.

Erfahrungen von Patienten geteilt

Viele Long-Covid-Patienten sehen sich mit Skepsis gegenüber ihrem Zustand konfrontiert. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt, ihre Symptome gegenüber Gesundheitsdienstleistern zu beweisen. Dies kann eine Barriere für die richtige Unterstützung darstellen. Patienten berichten, dass sie sich ignoriert und misstraut fühlen. Sie befürchten, dass die Inanspruchnahme psychologischer Hilfe nahelegen könnte, ihre Symptome seien nicht real.

Dieser Kampf um Anerkennung kann das Vertrauen der Patienten in Ärzte und sogar in sich selbst beeinträchtigen. Ein Mangel an Verständnis und Unterstützung erschwert ihren Weg. Patienten leben in ständiger Unsicherheit und wissen oft nicht, wo sie Hilfe finden können. Medizinische Behandlung ist für physische Symptome unerlässlich. Wenn Ärzte jedoch nur psychologische Unterstützung bieten, kann dies wie eine Abwertung ihrer körperlichen Probleme erscheinen.

Die Studie hebt hervor, dass viele Patienten einen Vertrauensverlust sowohl gegenüber Gesundheitsdienstleistern als auch ihrem eigenen Körper erleben. Sie stehen vor der Herausforderung, andere von der Ernsthaftigkeit und Realität ihres Zustands zu überzeugen. Dies beeinflusst ihre psychische Gesundheit und Lebensqualität. Das Bedürfnis nach physischer Anerkennung hält sie oft davon ab, die notwendige psychologische Unterstützung anzunehmen.

Gesundheitsdienstleister müssen die physische Realität von Long-Covid-Symptomen anerkennen. Eine umfassende Versorgung ist entscheidend. Das Verständnis und die Anerkennung der Erfahrungen von Long-Covid-Patienten sind wichtig. Der Fokus sollte auf einer Kombination aus medizinischer Behandlung und psychologischer Unterstützung liegen, die auf einfühlsame Weise vermittelt wird. Dies stellt sicher, dass sich Patienten gehört und unterstützt fühlen auf ihrem Weg zur Genesung.

Insgesamt belastet die emotionale und mentale Auswirkung des Nicht-Geglaubt-Werdens die Patienten schwer. Das Anerkennen der Symptome und Herausforderungen von Long Covid kann helfen, die Versorgung und Ergebnisse der Patienten zu verbessern.

Zukünftige Forschungsperspektiven

Eine kürzlich durchgeführte Studie der University of Surrey unterstreicht den dringenden Bedarf an einem besseren Verständnis und einer Validierung von Long Covid. Zukünftige Forschungen sollten sich darauf konzentrieren, die Lücke zwischen Patienten und Gesundheitsdienstleistern zu schließen. Ein vielversprechendes Feld ist die Entwicklung diagnostischer Werkzeuge, die physische Symptome objektiv messen können. Dies würde dazu beitragen, die Erfahrungen der Patienten zu validieren und das Vertrauen in die medizinische Behandlung zu stärken.

Gleichzeitig sollten Forscher untersuchen, warum einige Gesundheitsdienstleister Long-Covid-Symptome abtun oder missverstehen. Schulungsprogramme könnten entwickelt werden, um sicherzustellen, dass medizinische Fachkräfte sowohl medizinische als auch psychologische Unterstützung bieten können, die sensibel auf die Bedürfnisse der Patienten eingeht. Das Verstehen und Ansprechen dieser Missverständnisse könnte zu einer empathischeren Versorgung führen.

Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Patientengruppen wird dabei entscheidend sein. Aktuelle Erkenntnisse betonen die Wichtigkeit, eine Vielzahl von Stimmen einzubeziehen, um sicherzustellen, dass die Forschung die verschiedenen Ausprägungen von Long Covid widerspiegelt. Diese Vielfalt kann zielgerichtetere Interventionen leiten.

Zusätzlich könnten laufende Studien die langfristigen Auswirkungen von Long Covid erkunden und zu besseren Behandlungsplänen führen. Auch der psychologische Einfluss verdient Aufmerksamkeit. Forschungen sollten darauf abzielen, die Unterstützung der psychischen Gesundheit von Annahmen über den Ursprung der Symptome zu trennen. Klarere Kommunikationsstrategien seitens der Gesundheitsdienstleister könnten den Patienten helfen, ganzheitliche Pflege zu akzeptieren, ohne sich missverstanden zu fühlen.

Zusammengefasst braucht es eine vielseitige Forschungsstrategie. Durch die Kombination von medizinischen, psychologischen und pädagogischen Bemühungen können wir die Versorgungsqualität für Betroffene von Long Covid verbessern. Das ultimative Ziel ist es, die Schwierigkeiten der Patienten zu mildern, indem ihre Erfahrungen validiert und ihr Wohlbefinden umfänglich gefördert werden.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/13591053251325112

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Saara Petker, Jane Ogden. Patients’ experiences of living with Long Covid and their beliefs about the role of psychology in their condition. Journal of Health Psychology, 2025; DOI: 10.1177/13591053251325112

sowie die entsprechende Nachrichtenreferenz.

Gesellschaft: Neueste Erkenntnisse
Weiterlesen:

Diesen Artikel teilen

Kommentare (0)

Kommentar veröffentlichen
The Science Herald

Science Herald ist ein wöchentliches Magazin, das die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse von technologischen Durchbrüchen bis zur Ökonomie des Klimawandels abdeckt. Es zielt darauf ab, komplexe Themen in Artikel zu zerlegen, die für ein allgemeines Publikum verständlich sind. Daher möchten wir mit einer fesselnden Erzählweise wissenschaftliche Konzepte zugänglich machen, ohne wichtige Details zu vereinfachen. Ob Sie ein neugieriger Lernender oder ein erfahrener Experte auf dem behandelten Gebiet sind, wir hoffen, als Fenster in die faszinierende Welt des wissenschaftlichen Fortschritts zu dienen.

Folge uns


© 2024 The Science Herald™. Alle Rechte vorbehalten.