Neue Studie: Mobbing am Arbeitsplatz beeinträchtigt Schlaf und belastet Beziehungen erheblich

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Durch Klaus Schmidt
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BerlinForschung der University of East Anglia, der Universidad Complutense de Madrid und der Universidad de Sevilla beleuchtet die Auswirkungen von Mobbing am Arbeitsplatz auf den Schlaf. Die Studie untersuchte Indikatoren wie zu frühes Erwachen, Schlafstörungen im Alltag und Unzufriedenheit mit dem Schlaf. Das Ergebnis: Mobbing führt über die Zeit zu Schlafproblemen, insbesondere durch das ständige Nachdenken über das Erlebte, bekannt als „Ärgerrumination“. Diese Grübeleien verschärfen Schlafprobleme wie Einschlafschwierigkeiten und zu frühes Erwachen erheblich.

Zusätzlich enthüllte die Untersuchung, dass Schlafstörungen zwischen Partnern „ansteckend“ sind. Erlebt ein Partner Schlafprobleme, kann dies die Schlafqualität und das tägliche Funktionieren des anderen beeinträchtigen. Professorin Ana Sanz-Vergel und ihr Team empfehlen, Mobbing am Arbeitsplatz sowohl auf organisatorischer als auch auf individueller Ebene anzugehen. Organisationen sollten den Stress reduzieren, während Individuen bessere Bewältigungsstrategien entwickeln sollten. Partner könnten von Programmen zur Verringerung der Grübeleien und zur Verbesserung der Schlafmuster profitieren. Die Forschung wurde vom spanischen Ministerium für Wissenschaft und Innovation finanziert.

Auswirkungen auf Paare

Die Studie unterstreicht eindrucksvoll die Auswirkungen von Mobbing am Arbeitsplatz auf Paare und betont, dass Schlafprobleme durch Arbeitsstress nicht nur das Individuum, sondern auch den Partner betreffen können. Wenn ein Partner Mobbing ausgesetzt ist, kann dies zu Schlafstörungen führen, etwa beim Ein- oder Durchschlafen. Diese Probleme wirken sich dann auch auf den Schlaf des Partners aus, was auf eine Art „ansteckenden“ Effekt hindeutet.

Paare teilen häufig denselben Schlafraum, sodass wenn ein Partner aufgrund von stressbedingter Schlaflosigkeit aufwacht, auch der andere gestört werden kann. Dies kann dazu führen, dass beide Partner tagsüber unter Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten leiden, was die Beziehung zusätzlich belasten kann. Wenn beide Partner unter gestörtem Schlaf leiden, nimmt ihre Fähigkeit, sich emotional zu unterstützen, ab, was Spannungen und Konflikte verstärken kann.

Der wiederkehrende Kreislauf aus Grübeln und Schlaflosigkeit wird zur gemeinsamen Last, was die emotionale und körperliche Erschöpfung beider Partner verstärkt. Diese Vernetzung zu erkennen, ist entscheidend, da es auf die Notwendigkeit gemeinsamer Interventionen hinweist. Wenn Partner verstehen, dass der Stress einer Person beide beeinflussen kann, können sie gemeinsam Strategien zur Bewältigung entwickeln. Schulungen zu einem gesunden Umgang mit arbeitsbedingtem Stress und zur Förderung einer offenen Kommunikation können helfen, diese negativen Effekte zu minimieren. Das Verständnis dieser Dynamiken ermutigt Paare, proaktiv mit Stress umzugehen und Unterstützung zu suchen, wenn Schlafprobleme anhalten. Das Angehen dieser Probleme verbessert nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern stärkt auch die Beziehung insgesamt und hilft Paaren, Herausforderungen mit größerer Widerstandskraft zu meistern.

Zukünftige Forschung

Die Studie unterstreicht eindringlich den Bedarf an mehr Forschung zum Zusammenhang zwischen Mobbing am Arbeitsplatz und Schlafproblemen, besonders innerhalb intimer Beziehungen. Zukünftige Untersuchungen sollten sich darauf konzentrieren, wie Grübeln diese Erfahrungen mit Schlaflosigkeit verknüpft und welche Bewältigungsstrategien helfen könnten, die negativen Auswirkungen zu mindern. Um das Verständnis zu vertiefen, könnten Forscher die langfristigen Auswirkungen von Mobbing untersuchen und ob ähnliche Muster in verschiedenen Kulturen und Arbeitsplätzen auftreten.

Auch die Erforschung präventiver Maßnahmen könnte von großem Nutzen sein. Es sind mehr Studien zu Interventionen notwendig, die innerhalb von Organisationen umgesetzt werden können. Diese Strategien würden darauf abzielen, Mobbing zu reduzieren sowie dessen Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der Mitarbeiter abzumildern. Die Integration paarbezogener Programme könnte Aufschluss darüber geben, ob sie schlafbezogene Probleme zwischen Partnern lindern und die allgemeine Gesundheit verbessern können.

Es besteht zudem die Möglichkeit, die Auswirkungen von Remote-Arbeitsumgebungen zu untersuchen, in denen traditionelle Arbeitsdynamiken anders ausfallen könnten. Dies würde helfen einzuschätzen, ob Remote-Arbeit die Auswirkungen von Mobbing auf die Schlafgesundheit verstärkt oder abschwächt.

Weiterhin ist mehr Forschung zu individuellen Interventionen unerlässlich. Das Verständnis, welche persönlichen Fähigkeiten oder psychologischen Techniken Menschen helfen, arbeitsbedingten Stress besser zu bewältigen, könnte Trainingsprogramme informieren. Diese Programme würden den Angestellten helfen, besser mit Stress umzugehen und möglicherweise den Grübelzyklus, der zu Schlafproblemen führt, zu reduzieren.

Die Einbeziehung von Technologie, etwa durch Schlafüberwachungsgeräte, könnte zusätzliche Erkenntnisse darüber liefern, wie Arbeitserfahrungen die Schlafmuster beeinflussen. Diese Werkzeuge bieten objektivere Daten und könnten selbstberichtete Maßnahmen ergänzen, um ein klareres Bild davon zu vermitteln, wie Mobbing die Schlafqualität und -zufriedenheit beeinflusst. Diese Forschung kann letztlich dazu beitragen, gesündere Arbeitsumgebungen zu schaffen.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/08862605251318291

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Alfredo Rodríguez-Muñoz, Mirko Antino, Paula Ruiz-Zorrilla, Ana Isabel Sanz-Vergel, Jose M. León-Pérez. Your Job Makes us Lose Sleep: The Effect of Workplace Bullying on Own and Partner’ Insomnia. Journal of Interpersonal Violence, 2025; DOI: 10.1177/08862605251318291

sowie die entsprechende Nachrichtenreferenz.

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